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100 Jahre "Islamgesetz" in Österreich
Österreichs Muslime feiern das 100-Jahr-Jubiläum der Verabschiedung des Islamgesetzes am 15. Juli 1912
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Vor 100 Jahren, am 15. Juli 1912, wurde das "Islamgesetz" verabschiedet. Österreich soll daher auch weiterhin Vorbild in Europa in Bezug auf christlich-muslimische Verständigung sein. Diesen Wunsch hat Kardinal Christoph Schönborn mit dem Verweis auf das Leitwort von Europa "In Vielfalt geeint!" geäußert.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür seien mit dem vor 100 Jahren verabschiedeten Islamgesetz gegeben, so der Wiener Erzbischof in Gratulationsworten anlässlich dieses Jubiläums an die Muslime in Österreich. Er verwies auf viele Organisationen und Einzelpersonen, die um ein konstruktives Miteinander bemüht seien. "Christen und Muslime inspirieren sich gegenseitig und geben einander Hoffnung."
Höhepunkt des islamischen Festreigens ist ein Festakt am Freitag, 29. Juni, im Wiener Rathaus, bei dem Bundespräsident Heinz Fischer, Wiens Bürgermeister Michael Häupl und IGGiÖ-Präsident Sanac Reden halten werden. Eine wissenschaftliche Tagung an der Universität Wien befasst sich juristisch mit dem Islamgesetz, am 30. Juni findet außerdem ein Volksfest im Islamischen Zentrum in Wien-Floridsdorf statt. Weitere Tagungen und Feste finden auch in Salzburg und Kärnten statt.
Der Anteil der Muslime an der Wohnbevölkerung in Österreich wächst beständig an. 516.000 Menschen islamischen Glaubens leben laut Integrationsfonds in Österreich (Stichtag: 1.1.2009) - ein Zahlenangabe, die von manchen Fachleuten allerdings mit einem Fragezeichen versehen wird und niedriger angesetzt wird. Unbestritten ist ein beträchtlicher Anstieg gegenüber 1981, als die muslimische Wohnbevölkerung bei einer Volkszählung erstmals gesondert erhoben wurde: 77.000 Muslime (ein Prozent der Gesamtbevölkerung) deklarierten damals ihren Glauben. Zehn Jahre später, 1991, waren es bereits 159.000 (zwei Prozent der Wohnbevölkerung) und 2001 bereits 339.000 (4,2 Prozent).

