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Vor 50 Jahren begann das Zweite Vatikanische Konzil
Unter dem Schlagwort von der Öffnung der Kirche hin zur Welt, leitete das wichtigste kirchliche Ereignis des 20. Jahrhunderts umfangreiche Reformen ein.
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Vor 50 Jahren, am 11. Oktober 1962, zogen rund 2.800 Kardinäle und Bischöfe zusammen mit Papst Johannes XXIII. zur Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) feierlich in den Petersdom in Rom ein. Das Konzil sollte zum wichtigsten kirchlichen Ereignis des 20. Jahrhunderts werden. Unter dem Schlagwort vom "Aggiornamento", also der Öffnung der Kirche hin zur Welt, leitete es umfangreiche Reformen der katholischen Kirche ein. Dazu zählen Gottesdienste in der Muttersprache, die Anerkennung der staatlichen Religionsfreiheit, ein stärkeres Miteinander der christlichen Konfessionen (Ökumene) und der Dialog mit nichtchristlichen Religionen.
Das Konzil war die bisher letzte Versammlung, bei der alle katholischen Bischöfe gemeinsame Beschlüsse fassten. Die Konzilsväter, unter ihnen auch zahlreiche österreichische Diözesanbischöfe mit Kardinal Franz König und dem Salzburger Erzbischof Andreas Rohracher an der Spitze, saßen auf im Petersdom aufgestellten Tribünen und diskutierten auf Latein.
Konzilsjubiläum, Jahr des Glaubens, Bischofssynode
Zum 50. Jahrestag der Konzilseröffnung startet die katholische Kirche ein von Papst Benedikt XVI. ausgerufenes, weltweites "Jahr des Glaubens", das bis November 2013 dauern wird. Ziel ist die Wiederbelebung und Förderung des christlichen Glaubens insbesondere in den säkularisierten Ländern des Westens. Am feierlichen Eröffnungsgottesdienst des "Glaubensjahres" mit dem Papst auf dem Petersplatz am 11. Oktober nahmen auch 16 der letzten noch lebenden Konzilsväter teil. Auch die 250 Bischöfe aus aller Welt, die seit dem 7. Oktober bei der Weltbischofssynode über die Neuevangelisierung und die Weitergabe des christlichen Glaubens in der heutigen Zeit drei Wochen lang im Vatikan beraten, feierten mit.
Veranstaltungen in Österreich
In Österreich wird die Erinnerung an die Konzilseröffnung bei zahlreichen Veranstaltungen mit dem Start des "Jahres des Glaubens" verknüpft. Bereits am 7. Oktober feiert etwa Nuntius Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen gemeinsam mit Bischof Klaus Küng und Weihbischof Anton Leichtfried um 15 Uhr eine feierliche Vesper im Dom von St. Pölten mit der auch das "Jahr des Glaubens" in der Diözese St. Pölten eröffnet wird. In Salzburg nimmt Erzbischof Alois Kothgasser am 10. Oktober an einem Festakt zum Konzilsjubiläum in der Pfarrkirche Brixen im Thale teil, bei der der Innsbrucker Theologe Roman Siebenrock referieren wird und Zeitzeugen der Konzilszeit zu Wort kommen. Im Linzer Mariendom gibt es am 11. Oktober um 18.15 Uhr einen Festgottesdienst aus Anlass des 50. Jahrestages der Eröffnung des Zweiten Vatikanums.
Ebenfalls am 11. Oktober hält der emeritierte Wiener Weihbischof und Konzilszeuge Helmut Krätzl um 19.30 Uhr im Wiener Stephansdom einen Festvortrag unter dem Titel "'Ein Sprung nach vorn ...' Die Eröffnungsansprache Johannes' XXIII. und der Geist des Konzils". Im Blick auf seine Zeugenfunktion wird Krätzl zuvor - um 18 Uhr - im Dom den großen Gottesdienst der Erzdiözese Wien aus Anlass des 50. Jahrestags der Eröffnung des Konzils leiten.
In den kommenden Wochen und Monaten steht das Konzil dann im Mittelpunkt des Programms zahlreicher Vortragsreihen an Universitäten, in kirchlichen Bildungshäusern, aber auch bei den "Theologischen Kursen".
Der vermutlich wichtigsten österreichischen Stimme beim Zweiten Vatikanum können Interessierte am 11. Oktober bei einem "Tag der offenen Tür" im Wiener Kardinal-König-Archiv (1., Wollzeile 2) nachspüren. Von 11 bis 15 Uhr sind dort u.a. Originaltexte von Eingaben des Kardinals während des Konzils und andere Gegenstände aus dem Konzils-Nachlass Königs ausgestellt.

