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Baldur Preiml wirbt für "klassisches Duo Fasten und Beten"
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Ehemaliger Schisprung-Erfolgstrainer in "Sonntag"-Interview: In Zeit des Fortschritt- und Wachstumswahns gilt es, "Gegenpol zu setzen"

08.03.2012

Klagenfurt (KAP) In der heutigen "Zeit des Fortschritts- und Wachstumswahns" gilt es, einen "Gegenpol zu setzen" durch Entschleunigung und "Sich-Enthalten": Wie der ehemalige Schisprung-Erfolgstrainer Baldur Preiml (72) in einem Interview mit der Kärntner Kirchenzeitung "Sonntag" erklärte, habe Fasten neben der rein körperlichen auch eine tiefe geistige Dimension. Über die Fastenzeit hinaus sollte es "zu einem täglichen Rhythmus werden", wahrzunehmen, "was einem wirklich gut tut", und zu sich selbst zu finden, so Preiml. "Das gelingt beim Beten. Deshalb sind Fasten und Beten ja auch das klassische Duo."

 

Gegenüber dem "typisch männlichen Machertum" und einem "Immer-mehr-Wollen" gelte es, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, "dass wir nicht alles in der Hand haben, sondern auch etwas zulassen und entbehren können", meinte der heute freiberuflich in der Gesundheitsförderung tätige Ex-Trainer.

 

Kritisch äußerte sich Preiml im Rückblick auf den Spitzensport: "Das ist Egotrip pur" und das Gegenteil von dem, was alle Religionen vereine: der Frage nach dem Sinn. Auch dort bestehe die Kunst darin, nicht aus den Augen zu verlieren, dass man nicht alles erzwingen kann.

 

Wenn er ehemalige Spitzensportler wie Toni Innauer sagen höre, sie hätten durch Niederlagen mehr gelernt als durch Siege, freue er sich, so Preiml. Er selbst habe 1968 den Olympiasieg "vergeigt" und nur Bronze gewonnen: "Aber das war entscheidend dafür, dass ich eine schöne Trainerkarriere eingeschlagen habe. Mein Ziel war es, so lange junge Leute zu trainieren, bis einer Olympiasieger wird."

 

In Preimls Trainerzeit von 1974 bis 1980 gelang Karl Schnabl und Toni Innauer dann tatsächlich ein Olympiasieg, auch andere Athleten wie Hubert Neuper oder Armin Kogler feierten große Erfolge. "Dann war meine Motivation zu Ende", berichtete Preiml. Er habe erkannt, dass es auch im Spitzensport um den Menschen geht, der über Stille, Schweigen und Meditation "seine inneren Kräfte entwickelt". Dann werde der Mensch zu einem spirituellen Menschen, "der nicht nur auf sich schaut, sondern das Ganze sieht".

 

 

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