Druckansicht - Friday 24. May 2013

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Olympia-Seelsorger Maier ist startklar für London

Salesianerpater übernimmt zum 16. Mal die seelsorgliche Betreuung der österreichischen Teams bei den Olympischen und paralympischen Spielen

12.07.2012

Wien (KAP) Er ist der längstdienende Olympia-Seelsorger der Welt: Der Salesianerpater Bernhard Maier wird bei den Olympischen Sommerspielen in London zum bereits 16. Mal eine österreichische Olympia-Mannschaft seelsorglich betreuen. Maier bietet dazu Gottesdienste an und steht Athleten wie Trainern während der Spiele für Gespräche zur Verfügung. Das Angebot wird von den Teammitgliedern stets gut angenommen, so Maiers Erfahrung. Die Kontakte entstehen dabei im Olympischen Dorf genauso wie bei Trainings oder im "Österreich-Haus", schildert der "Olympia-Kaplan" im Kathpress-Gespräch: "Da ergeben sich die Gespräche automatisch."

Maier fliegt am 24. Juli mit einem Teil der österreichischen Athleten nach London, um die er sich bis zum Ende der Spiele am 12. August seelsorglich kümmert. Im Anschluss begleitet der Ordensmann zwischen 29. August und 9. September auch das Team für die "Paralympics", die Olympischen Spiele für Sportler mit körperlicher Behinderung, in die britische Hauptstadt. Untergebracht ist der Priester in der deutschsprachigen katholischen Pfarre in London.

Dass Seelsorger bei Olympischen Spielen dabei sind, ist seit 1972 Tradition. Maier selbst begleitet die österreichischen Olympioniken seit den Winterspielen 1984 in Sarajevo. "Durch die vielen Jahre, die man dabei ist, kennt man schon sehr viele Sportler und ist einfach in vielen Situationen mit ihnen", schildert der Salesianerpater, der auch abseits der Olympischen Spiele mit vielen Athleten in engem Kontakt ist.

Maier auch im "Interfaith Centre" präsent

Auch in London wird es im Olympischen Dorf ein eigenes "Interfaith Centre" mit speziell für die einzelnen Religionsgemeinschaften gestalteten Gottesdiensträumen geben. Maier wird dort gemeinsam mit anderen Priestern aus zahlreichen Ländern täglich mehrere Gottesdienste feiern und als Ansprechpartner der katholischen Seelsorge für Athleten aller Nationen zur Verfügung stehen.

Österreichs Sportler lädt Maier mit Aushängen und in persönlichen Gesprächen zur Mitfeier der Gottesdienste ein. Konkret freue er sich etwa auf ein Wiedersehen mit den Beachvolleyballern, erzählt der "Olympia-Kaplan" im Kathpress-Gespräch. Clemens Doppler sowie Stefanie und Doris Schwaiger seien bei den Sommerspielen vor vier Jahren in Peking die ersten Gottesdienstbesucher aus dem österreichischen Team gewesen.

"Olympia-Seelsorger" ist Pater Maier natürlich nur im "Nebenamt". Seit 1995 ist er Direktor des Don-Bosco-Gymnasiums der Salesianer im niederösterreichischen Unterwaltersdorf. Die Verbindung von Religion und Sport begleitet ihn aber schon seit seinem Ordenseintritt 1967. In den 1970er Jahren studierte er Theologie und Sportwissenschaft an der Uni Wien und war in der Folge im Überschneidungsbereich dieser beiden Fächer nicht nur seelsorglich, sondern auch als Wissenschaftler erfolgreich: 1995 promovierte P. Maier, 2006 habilitierte er sich im Fach Sportethik am Wiener Zentrum für Sportwissenschaft. Er ist Autor und Herausgeber mehrerer Publikationen, in denen er Wege zu einem fairen und dopingfreien Sport aufzeigt.

 

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