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"Rio+20": Im Vorfeld auch Appell für Einsatz gegen "Belo Monte"

Megastaudamm-Projekt am Xingu-Fluss und "Andritz AG"-Engagement Thema bei parallel zur UN-Gipfel abgehaltenen "People's Summit"

14.06.2012

Wien-Brasilia, 14.06.2012 (KAP) Mit umfangreichen Forderungskatalogen von den verschiedensten Seiten im Rücken werden Umweltminister Nikolaus Berlakovich und "Entwicklungsstaatssekretär" Wolfgang Waldner nächste Woche den Jet nach Rio de Janeiro zum UN-Umweltgipfel "Rio+20" besteigen. So forderten am Donnerstag etwa "Greenpeace" und die Grünen bei einer Pressekonferenz die Österreich-Vertreter im Vorfeld des Gipfels auf, sich beim heimischen Unternehmen "Andritz AG" für einen Ausstieg aus dem umstrittenen Megastaudammprojekt "Belo Monte" am Xingu-Fluss im Amazonas-Gebiet einzusetzen. In Rio de Janeiro selbst werden sich auch Vertreter der Dreikönigsaktion der Katholischen Jugend Österreichs gegen "Belo Monte" stark machen.

 

Das Thema "Belo Monte" und das Engagement der "Andritz AG" werde bei dem parallel zur UN-Konferenz abgehaltenen "People's Summit" "eine zentrale Rolle spielen", kündigte "Greenpeace"-Geschäftsführer Alexander Egit bei der Pressekonferenz in Wien an. Die Aktionen, an der auch Indigenenführer aus Amazonien teilnehmen, werden von der lokalen Widerstands-NGO "Movimento Xingu Vivo" (www.xinguvivo.org.br) koordiniert. Berlakovich und Waldner sollten deshalb besser schon vor dem Abflug gegen Belo Monte Position beziehen, um vor Ort nicht wegen Unglaubwürdigkeit am Pranger zu stehen, lautete der Appell.

 

"Gegen den naturzerstörenden 'Belo Monte'-Staudamm macht auch der österreichische Bischof Erwin Kräutler mobil, der trotz zahlreicher Morddrohungen als Prälat von Xingu in Brasilien und Österreich gegen dieses Projekt kämpft", erinnerte Egit. Auch weitere bekannte Persönlichkeiten engagierten sich im Kampf gegen "Belo Monte", etwa "Titanic"- und "Avatar"-Regisseur James Cameron und die Schauspielerin und Menschenrechtsaktivistin Bianca Jagger.

 

Einen Stopp der Beteiligung österreichischer Unternehmen am Projekt forderte auch die Klubobfrau der Grünen, Eva Glawischnig. Sie berichtete bei der Pressekonferenz auch von einem weiteren "problematischen" Projekt, an dem die "Andritz AG" beteiligt sei, dem "Ilisu-Staudamm" im türkischen Kurdengebiet. Bei einer sogenannten "Fact-Finding-Mission" in Ilisu sei ihr vom Militär der Zugang verwehrt worden. Zahlreiche Bewohner hätten Beschwerde über die Brutalität der Vertreibungen geübt. "Sie haben bittere Momente erlebt", so Glawischnig.

 

Egit wies darauf hin, dass die "Andritz AG" in Österreich mehrfach mit Umweltpreisen ausgezeichnet worden sei, das Unternehmen aber in anderen Ländern für die Vertreibung von Menschen und die Rodung von Regenwäldern Mitverantwortung trage. "Sieht so der verantwortungsvolle Umgang mit der Umwelt aus, für den sich der Vorstand der 'Andritz AG', Wolfgang Leitner, seit Jahren selbst lobt?", fragte er. Das Auftragsvolumen der "Andritz AG" für "Belo Monte" belaufe sich auf rund 330 Millionen Euro: "Jeder Euro eines potenziellen Gewinns würde also mit einem Stück Regenwald und der Vertreibung von 30.000 Menschen erkauft", so Egit.

 

Egit und Glawischnig forderten, dass künftig nicht nur sämtliche Exportförderungen und Kredithaftungen, sondern jegliche Subventionierung eines Unternehmens an Nachhaltigkeitskriterien gebunden sein müssen. "Wir fordern die Bundesregierung dazu auf, die Vergabe von Subventionen, wie auch von Umweltpreisen genau zu überprüfen und nötigenfalls dagegen einzuschreiten", betonten sie.

 

Kathpress-Schwerpunkt zum "Rio+20"-Gipfel: www.kathpress.at/rioplus20

 

 

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