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Mailand (KAP) Papst Benedikt XVI. hat in Mailand zu "großzügiger Hilfe" für die Erdbebenopfer in Norditalien aufgerufen. Es bedürfe einer beständigen Solidarität mit den Betroffenen, sagte der Papst am Freitagabend zum Auftakt seines dreitägigen Besuchs anlässlich des VII. Weltfamilientreffens in der Stadt.
Unter dem Applaus von mehreren Zehntausend Menschen, darunter zahlreiche Spanier, Portugiesen und Lateinamerikaner, lobte Benedikt XVI. die italienische Kirche und die Bevölkerung des Landes für ihre bislang geleistete Unterstützung für die Erdbebenopfer. Zudem versicherte er die von der Wirtschaftskrise betroffenen Familien und Arbeitslosen seiner Solidarität.
"Glauben entschiedener bezeugen"
In seiner Ansprache auf dem Mailänder Domplatz forderte der Papst ein entschiedeneres Zeugnis für den christlichen Glauben. Dieser müsse alle Lebensbereiche durchdringen, sowohl die Privatsphäre, als auch das öffentliche Leben. Als "Sauerteig" der Gesellschaft sei der Glaube angesichts der gegenwärtigen kulturellen Situation nötiger denn je. Es gelte, ihn als "wichtiges Erbe der Menschheit" und als "Schlüssel und Zeichen einer wahrhaften Kultur für den Menschen" wiederzuentdecken.
Die Geschichte Mailands sei in besonderer Weise vom christlichen Glauben geprägt, der Kunst, Politik und Wirtschaft inspiriert habe, so Benedikt XVI. Es gelte, diese "Fackel einer glanzvollen Tradition" auch an künftige Generationen weiterzugeben. Hierbei sollten Christen zum Wohle der Gemeinschaft mit der zivilen Welt zusammenarbeiten.
Vor dem Gebet mit den Gläubigen auf dem Domplatz erinnerte der Papst auch an den Mailänder Erzbischof Giovanni Battista Montini, den späteren Papst Paul VI. (1963-78), der ihn 1977 zum Erzbischof von München ernannt hatte.
Auf dem Flughafen Linate war Benedikt XVI. vom Mailänder Erzbischof Kardinal Angelo Scola und dem italienischen Integrationsminister Andrea Riccardi begrüßt worden.
Bislang längste inneritalienische Reise
Höhepunkt des Papstbesuchs ist am Sonntag die Abschlussmesse des Weltfamilientreffens, zu der bis zu eine Million Besucher erwartet werden. Es handelt sich um die bislang längste inneritalienische Reise des Papstes.
Am Samstagmorgen betet Benedikt XVI. zunächst mit Priestern und Ordensleuten im Mailänder Dom. Anschließend trifft er im Fußballstadion der Stadt mit Kindern und Jugendlichen zusammen, die sich auf die Firmung vorbereiten. Am Nachmittag ist eine Zusammenkunft mit Politikern im Erzbischöflichen Palast vorgesehen.
Am Sonntagvormittag feiert der Papst auf dem Gelände des Flughafens Bresso die Abschlussmesse des Weltfamilientages. Es folgt ein Mittagessen mit Kardinälen und Bischöfen, zu dem auch sechs Familien eingeladen sind.
Zum Weltfamilientreffen, das seit Mittwoch in Mailand stattfindet, sind mehrere Zehntausend Menschen aus mehr als 150 Ländern angereist. Die Großveranstaltung steht unter dem Titel: "Die Familie: Arbeit und Fest".
Informationen: www.family2012.com

