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Vatikanstadt, 28.01.2012 (KAP) Der Vatikan hat Regierungen und internationale Organisationen zu größeren Anstrengungen im Kampf gegen Lepra aufgefordert. Die kostenlose Bereitstellung von Medikamenten gegen die Krankheit müsse stärker gefördert werden, heißt es in der Botschaft des päpstlichen Gesundheitsrates zum Welttag der Leprakranken am Sonntag. Die Zahl der Neuinfektionen sei zwar stark zurückgegangen, dies dürfe jedoch kein Grund sein, Maßnahmen zur Eindämmung und Behandlung der Krankheit zu reduzieren.
Zugleich ruft der Vatikan Regierungen und Hilfsorganisationen zu einer nachhaltigen Prävention auf. Es dürfe nicht nur darum gehen, die Verbreitung von Lepra aufzuhalten und die Kranken zu versorgen. Vielmehr müssten auch Bildung und Hygiene verbessert werden, schreibt der Präsident des Rates, Erzbischof Zygmunt Zimowski. Zudem gelte es, die Wiedereingliederung geheilter Leprakranker in die Gesellschaft zu fördern.
Zimowski rief bereits geheilte Leprakranke dazu auf, ihr Wissen weiterzugeben und die Kranken moralisch zu unterstützen. Sie könnten so ihrem Nächsten helfen und für die Gesundheit der Gesellschaft arbeiten, in der sie leben, heißt es in seiner Botschaft. Die wiedererlangte Gesundheit sei mehr als bloße körperliche Heilung, sie sei Zeichen für die Erlösung, die Gott den Menschen durch Jesus Christus gegeben hat.
Für das Jahr 2010 weist die Statistik der Weltgesundheitsorganisation WHO rund 230.000 Lepra-Neuinfektionen aus, im Jahr 1985 waren es noch rund 5,2 Millionen. Die katholische Kirche betreibt gegenwärtig weltweit rund 500 Leprastationen, die Mehrzahl davon in Asien und Afrika.

